Eingewöhnung

Eingewöhnungsphase

P1080967Wir ermöglichen jedem Kind eine langsame Eingewöhnung. Kein Kind wird unter Druck gesetzt und jedes Kind bekommt so viel Zeit, wie es braucht. Die Eingewöhnungsphase sollte für das Kind so angenehm wie möglich sein. Das neue Kind braucht Zeit, um die Erzieherin, die anderen Kinder und die Räumlichkeiten kennen zu lernen. Es sollte sich schon etwas sicher fühlen, bevor es hier alleine bleiben kann. Einige Kinder schaffen den Ablösungsprozess recht schnell, andere brauchen dagegen mehr Zeit um sich auf die neue Situation einzustellen.

Für die Eingewöhnungsphase rechnen wir mit einer Dauer von 2-8 Wochen, je nach Reaktionen der Kinder. Wir beginnen mit 8 Kindern pro Gruppe, und halbieren dies Gruppe in den ersten ein bis zwei Wochen, um die Kinder einzeln besser kennenlernen zu können. Wir teilen zu Beginn jedem Kind eine Bezugserzieherin zu.

In den ersten Wochen sind die Kinder oft schon nach 2-2,5 Stunden erschöpft, deshalb sollten die Eltern jederzeit für die Erzieherin erreichbar sein, falls das Kind früher abgeholt werden muss. Das Kind darf nicht überfordert werden, sonst nimmt man ihm die Freude an dieser neuen Erfahrung. Durch einen möglichst regelmäßigen Spielgruppenbesuch gewöhnen sich die Kinder leichter an die neue Situation und sie haben so die Gelegenheit, möglichst rasch einen engen Kontakt zur Erzieherin und den Spielkameraden aufzubauen.

Auch für die Eltern ist es manchmal gar nicht so einfach, sich für eine Weile von ihrem Kind zu trennen. Auch sie bekommen die notwendige Zeit, um genügend Vertrauen entwickeln zu können, und wir geben unser Bestes, damit die Kinder sich bei uns wohl und sicher fühlen. Es gibt immer wieder Kinder, die einen solchen Schritt in die Selbstständigkeit jedoch noch nicht wagen können. Sie brauchen die direkte Nähe der Mutter noch eine Weile und können die Ersatzbezugsperson nicht akzeptieren. Dann muss man dem Kind noch etwas Zeit geben und kann es ein paar Monate später nochmals versuchen.

Grundphase

An den ersten drei bis sechs Tagen begleitet ein Elternteil oder eine andere vertraute Bezugsperson das Kind in die Einrichtung und hält sich mit ihm im Gruppenraum auf. Sie ist der “sichere Hafen” für ihr Kind, hält sich jedoch eher zurück und akzeptiert zunehmend die Kontakte ihres Kindes zu anderen Kindern und zur Bezugserzieherin. Sie sollte das Kind aber auf keinen Fall drängen, sich von ihr zu entfernen und es immer akzeptieren, wenn es ihre Nähe sucht. Es wird von selbst beginnen, die neue Umgebung zu erkunden. Sie sollte weder versuchen, das Kind zu unterhalten, noch mit anderen Kindern zu spielen, noch sich mit anderen Eltern anzufreunden. Sie hat die Rolle eines aufmerksamen Beobachters. Das fällt manchen Eltern sehr schwer, erleichtert die Eingewöhnung aber erheblich. Die Bezugserzieherin nimmt durch Zuwendung, Interesse und Angebote oder Beteiligung am Spiel des Kindes Kontakt zu ihm auf. Sie beobachtet die Interaktion des Elternteils mit dem Kind und tauscht sich mit ihm darüber aus.

Stabilisierungsphase

In Absprache mit dem Kind verlässt das Elternteil den Gruppenraum, bleibt aber zunächst innerhalb der Einrichtung. Die Erzieherin ist nun für das Kind im Gruppenraum Ansprechpartnerin. Das Verhalten und die Reaktionen der Kinder werden beobachtet und mit den Eltern besprochen.

Schlussphase

Akzeptiert das Kind diese Trennung, kann die Mutter/der Vater die Einrichtung für zunächst maximal 30 Minuten verlassen, muss aber jederzeit telefonisch erreichbar sein. Wenn das Kind nicht mehr weint oder sich nach kurzer Zeit von der Erzieherin trösten lässt, kann diese Zeit der Abwesenheit kontinuierlich verlängert werden. Das Kind (und die Erzieherin) müssen sich unbedingt darauf verlassen können, dass es zur verabredeten Zeit abgeholt wird.

Kriterien für eine gelungene Eingewöhnung

  • das Kind weint nicht mehr beim und nach dem Abschied, oder es lässt sich von der Bezugserzieherin trösten
  • das Kind geht gern in die Kindergruppe
  • es zeigt wenig “Abseits”-Verhalten, d.h. es verhält sich wenig apathisch oder steht bedrückt herum
  • es braucht zunehmend weniger Ersatzbefriedigungen (Daumen,Schnuller, Flasche)
  • es konzentriert sich aufs Spiel
  • es spielt parallel zu anderen Kindern oder kooperiert mit ihnen
  • es wendet sich mit Spielangeboten oder Fragen an die Erzieherin
  • es signalisiert der Erzieherin Hilfsbedürftigkeit und nimmt von ihr Hilfe an
  • es freut sich und lacht, es weint selten und lässt sich von den Erzieherinnen trösten
  • es wünscht und stellt Körperkontakt her
  • es braucht nicht mehr ständig die permanente Aufmerksamkeit der Erzieherin
  • es kann altersgemäß mit Frustrationen umgehen und kann gelegentlich warten
  • es zeigt wenig destruktive Aggression

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